Artikel zu Maschinen- und Anlagenbau
Maschinen- und AnlagenbauIm Maschinen- und Anlagenbau werden Investitionsgüter erstellt, welche zur Herstellung anderer Güter notwendig sind (= Betriebsmittel). Unterkategorien des Maschinen- und Anlagenbaus sind zum Beispiel Baumaschinenhersteller, Druckmaschinenhersteller, Landmaschinenhersteller, Robotikhersteller, Verkehrstechnikhersteller oder Werkzeugmaschinenhersteller.
Der Maschinen- und Anlagenbau organisiert sich im Verein deutscher Maschinenbau-Anstalten, dem VDMA. Dieser Verein vertritt ca. 3.000 Mitglieder aus der Investitionsgüterindustrie, vorwiegend aus dem Mittelstand. Der 1892 gegründete VDMA ist inzwischen der wichtigste europäische Industrieverband mit der höchsten Mitgliederzahl.
Die wichtigsten deutschen Arbeitgeber kommen aus der Maschinen- und Anlagenbaubranche, welche regelmäßig Schlüsseltechnologien hervorbringt und als die treibende Kraft für eine Steigerung der Produktivität und des daraus resultierenden Wirtschaftswachstums wirkt. Ein Umsatz von etwa 151 Mrd. Euro im Jahr 2005 sowie 864.000 Arbeitnehmer zeigen, dass diese Branche in Deutschland eine große Bedeutung hat.
Ein Grund für das weltweit hohe Ansehen des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus sind die hochqualitativen Produkte und Dienstleistungen, welche zu rund zwei Dritteln exportiert werden. Nicht ohne Grund war Deutschland im Jahr 2005 der Weltmarktführer in 21 von 31 Teilbranchen des Maschinenbaus. Im VDMA integrieren sich Mitglieder aller Stufen der Wertschöpfungskette, vom Teilehersteller über den Komponentenhersteller bis zum Hersteller komplexer Gesamtsystemlösungen. Hinzu kommen Dienstleister für umfassende Service- und Planungsleistungen. Alle Mitglieder haben die Möglichkeit, branchenspezifisch und fachübergreifend zusammen zu arbeiten. Kernthemen innerhalb des VDMA sind zur Zeit die Arbeitsmarkt- und Tarifpolitik, die Deregulierung, die Steuerpolitik, die Bildungspolitik sowie die Werbung von Nachwuchs, die Finanzierung als Funktionsbereich des Unternehmens, die Handelspolitik, die Umwelt- und Energiepolitik und auch die Themen Messe und Messepolitik. Aufgrund der Globalisierung und des zunehmenden internationalen Wettbewerbs werden die deutschen Mittelstandsunternehmen künftig noch enger zusammenwirken, um die Arbeitsplätze in der deutschen Maschinenbaubranche zu sichern und auf dem internationalen Markt zu bestehen.
Der Maschinen- und Anlagenbau ist in Deutschland ein großer Industriezweig und kommt bei der Entwicklung von technischen Anlagen zum Einsatz, wie etwa in der Verfahrenstechnik, Energietechnik, Elektrotechnik und in der Produktionstechnik. Bevor eine Anlage dem Betreiber übergeben werden kann, müssen wesentliche Schritte der Anlagenentwicklung beachtet werden. Zu den Aufgaben eines Maschinen- und Anlagenbauingenieur gehört die Ermittlung der administrativen, wirtschaftlichen und technischen Rahmenbedingungen, die Vorplanung (Basic Engineering) des Projektes, Mitarbeit bei der Genehmigung bei den zuständigen Behörden und nicht zuletzt die Überwachung der Montage von Anlagen und Maschinen (z. B. bei Verarbeitungsanlagen und -maschinen). Damit es rechtlich nicht zu großen Komplikationen bei der Realisation und Übergabe einer Anlage kommt, gibt es den sogenannten Anlagenvertrag. Bekannte Kontrollorganisationen wie die FIDIC (Fédération Internationale des Ingénieures-Conseiles) geben vorgefertigte Musterverträge für den Prozessablauf heraus. Hier werden sämtliche Details von der Haftung über die Abnahme bis eventuell zur Wartung und Reparatur von Maschinen geregelt. Sollte es dennoch zu Unstimmigkeiten kommen, wird in einem Schiedsverfahren nach Vorgaben der Internationalen Industrie- und Handelskammer in Paris entschieden. Der Maschinen- und Anlagenbau ist in sehr unterschiedlichen Industriezweigen von großer Bedeutung, wie etwa in der Pharmaindustrie, Öl- und Gasindustrie und in der Dünge- und Nahrungsmittelindustrie. Auch in der Landwirtschaft kann die Verfahrenstechnik, Montage, Wartung und Reparatur von landwirtschaftlichen Maschinen optimiert werden.




